»Zur Eröffnung der Ausstellung >Die Größten Schätze des Vatikans< erscheinen auch vier ungeladene Gäste: vier wie Tempelritter gekleidete Reiter. Sie verwandeln die Veranstaltung in ein Blutbad und stehlen – ein kleines Holzkästchen. Wie sich bald herausstellt enthielt das Kästchen ein Verschlüsselungsgerät aus der Zeit der Tempelritter.
Die junge Archäologin Tess und der FBI-Agent Reilly heften sich den Rittern auf die Fersen um dem Drahtzieher des Anschlags auf die Spur zu kommen und verfolgen diesen schließlich um die halbe Welt.«
Tempelritter? Ich meine, ich hab da schonmal was gelesen… Ach richtig: Sakrileg von Dan Brown. Das Thema ist offensichtlich nicht kaputtzukriegen.
Ist dieser Roman denn jetzt nur ein Aufguss von Sakrileg? Kann Scriptum mithalten? Klare Antwort: jeweils Nein. Ist Scriptum deshalb ein schlechter Roman? Auf keinen Fall!
Raymond Khoury erzählt von der ersten bis zur letzten Seite spannend und abwechslungsreich und leistet sich keine Schwächen. Die Story ist zum größten Teil schlüssig und nur hin und wieder wirken Teile der Handlung konstruiert.
Die Figuren des Romans sind ausreichend entwickelt, um ihre Handlungen einleuchtend erscheinen zu lassen und ihre Standpunkte nachvollziehbar zu machen, aber dennoch nicht so tiefgehend dargestellt, als dass sie vom eigentlichen Thema ablenken würden.
Apropos Thema. Was ist eigentlich das Kernthema des Romans? Die Kernfragen, die Khoury in Scriptum aufgreift lauten: Was passiert, wenn sich die Bibel als Lüge herausstellt? Was geschieht mit der Welt, wenn sich das Konstrukt der christlichen Kirchen auflöst, weil ihm das Fundament enzogen wird?
So weit, so spannend. Warum aber kann Scriptum mit Sakrileg nicht mithalten? Ich vermute, das liegt im Grunde nur daran, dass es der erste Roman von Raymond Khoury ist – Dan Brown hat einfach mehr Übung. Trotzdem sollte sich Herr Brown schonmal warm anziehen – Herr Khoury ist ihm dicht auf den Fersen.
Anmerkungen:
Besonders anzumerken ist die angenehme Haptik des Buchs – man kann den Titel und das Hauptmotiv des Covers fühlen. Nicht so gelungen finde ich die optische Aufmachung des Buches. Man merkt schon, dass der Verlag versucht hat, von der Sakrileg-initiierten Welle der Templergeschichten zu profitieren – das Cover ist dem von Sakrileg wirklich sehr ähnlich.
Sonstige Infos:
Originaltitel: The Last Templar
Broschiert: 555 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (Dez. 2005)
ISBN-10: 3-499-24208-7
ISBN-13: 978-3-499-24208-3
Bibliothek-Link: Scriptum





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