Von Onkel Loco, 28. Januar 2007, 14:33 Uhr

Nordermoor»Was zunächst aussieht wie ein typisch isländischer Mord, schäbig, sinnlos und schlampig ausgeführt, erweist sich als überaus schwieriger Fall. Wer ist der tote alte Mann in der Souterrainwohnung in Nordermoor, dessen Computer voller Hardcore-Pornos ist? Warum hinterlässt der Mörder eine Nachricht bei seinem Opfer, die niemand versteht? Das sind nur einige der Fragen, die sich Erlendur und sein Kollege Sigurður von der Kriminalpolizei in Reykjavik stellen müssen.«

Nordermoor ist anders, als andere Krimis. Nordermoor kommt irgendwie leiser daher – ohne wilde Verfolgungsjagden oder Ähnliches. Nordermoor hat das aber einfach auch nicht nötig. Zudem passte eine wilde Verbrecherjagd einfach nicht nach Island und zur Stimmung, die Arnaldur Indridason in diesem Roman zeichnet. Es ist Herbst auf Island, es regnet ohne Unterbrechung, die Stimmung ist gedrückt und das schlägt aufs Gemüt. In diese Szenerie passt Kommissar Erlendur wie die Faust aufs Auge – er ist einfach etwas kantig, zerknautscht und auch nicht mehr der jüngste.

Insgesamt ist Nordermoor ein düsterer, spannender und sehr tiefgründiger Krimi mit einer komplexen Geschichte, die fesselt. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Dieser Roman ist genau richtig für verregnete Wintertage.

Sonstige Infos
Originaltitel: mýrin
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Lübbe
ISBN-10: 3-404-14857-6
ISBN-13: 978-3-404-14857-8
Bibliothek-Link: Nordermoor

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