»Ein älterer Mann wird tot in einem Müllcontainer gefunden – er ist nackt und gefesselt. Schon bald kann Kommissar Kirchenberg einen Verdächtigen festnehmen, einen Mann, der vor 22 Jahren wegen Raubmordes verurteilt wurde, aber heute ein bürgerliches Leben führt. Unterstützung erhält Kirchenberg von einem auf Serienmörder spezialisierten Kollegen von der Operativen Fallanalyse, der glaubt, der mutmaßliche Täter sei auch für zwei Morde aus früheren Jahren verantwortlich. Aber die Zeit drängt, denn der Haftrichter droht, den Verdächtigen nach einer Haftbeschwerde wieder freizulassen…«
Blutskizzen ist einfach mal was ganz Anderes. Das fängt schon damit an, wie der Roman in meinen Besitz gekommen ist. Er war nämlich ein Mitbringsel von der diesjährigen Buchmesse in Leipzig. Und wie sich das gehört, ist in meinem Exemplar auch eine vom Autor handgeschriebene Widmung an Bord (Vielen Dank dafür!), über die ich besonders froh bin, da das Autogramm diesen sowieso schon hervorragenden Roman für mein Empfinden nochmals aufwertet. Ich überlege ernsthaft, diesem Roman einen eigenen kleinen Schrein zu bauen
Aber ich möchte natürlich auch mit einer näheren Begründung für meine überschwängliche Freude nicht hinter dem Berg halten. Fangen wir also mit dem Inhalt an.
Vom Prinzip her ist Blutskizzen ein Polizeiroman, wie viele andere auch – aber er ist einfach näher an der Realität. Man hat jederzeit das Gefühl, dass polizeiliche Ermittlungen tatsächlich genau so und nicht anders geführt werden und hat nie auch nur den kleinsten Grund an der Authentizität zu zweifeln – schliesslich ist Norbert Horst selbst Polizist und weiß, worüber er schreibt.
Auch die Handlung selbst wirkt niemals konstruiert, sondern immer schlüssig und plausibel. Man hat nie den Eindruck, Teile des Romans wären nur dazu verfasst, die zusammengeschusterte Handlung wieder auf den rechten Pfad zu bringen, wie es bei anderen Krimis häufig der Fall ist.
Besonders gelungen finde ich den Schluss des Romans, da Norbert Horst es tatsächlich geschafft hat, einen Schluss zu schreiben, der nicht dieses »ist-klar«-Gefühl hinterlässt und einem noch nachträglich den Spaß am Buch verdirbt.
Wirklich perfekt wird der Roman aber erst durch den unnachahmlichen Schreibstil von Norbert Horst. Kompakt, schnell, ohne Schnörkel und überflüssigen Ballast. So lässt der Stil sich am besten beschreiben. Durch kleine sprachliche Tricks und Kniffe (Verben? Sätze funktionieren auch ohne… Kommas? Mehr als ein Komma macht nen Bandwurmsatz – und die braucht keiner.) hat man stellenweise das Gefühl, man befände sich in Kommissar Kirchenbergs Kopf und hörte seinen Gedanken zu. Gedanken, die manchmal völlig am Thema vorbeigehen, die aber den Roman erst »rund« machen. Lest doch einfach die die Leseprobe, die ich unter sonstige Infos verlinkt habe und ihr wisst, was ich meine.
Fazit: Für mich ist das DER Roman des Jahres. Zwölf von zehn Punkten. Mindestens.
Sonstige Infos:
Broschiert: 379 Seiten
Verlag: Goldmann (November 2006)
ISBN-10: 3-442-46305-X
ISBN-13: 978-3-442-46305-3
Bibliothek-Link: Blutskizzen
Leseprobe: Goldmann-Verlag





Kommentar von Gartman6
3 8. April 2009, 23:20 Uhr |
Must have: ,
Kommentar von dani
2 15. Januar 2009, 09:50 Uhr |
Schon ein bemerkenswertes Buch.
Habe es nach der Literatur deiner Rezension gelesen und war tatsächlich begeistert.
Hoffentlich folgen noch weitere!
Kommentar von Wiesel
1 28. April 2007, 00:03 Uhr |
Habe ich auch gelesen – Ein spitzen Buch, da muss ich dir zustimmen!