Von Onkel Loco, 20. Januar 2007, 11:50 Uhr

Abarat.»Abarat ist eine Inselwelt voller Magie, wundersam und gefährlich. Bevölkert werden diese Inseln von fantastischen Geschöpfen – Monstern, Geistern, Zauberern und Hexen. Christopher Carrion, Fürst von Mitternacht, versucht den Abarat mit ewiger Dunkelheit zu überziehen und nur das neugierige und furchtlose Mädchen Candy stellt sich ihm in den Weg.

Candy Quackenbush ist Schülerin in Chickentown, Minnesota, einem der größten Hühnerfleischlieferanten des Staates. Und so, wie sich das anhört, ist ihr Leben in Chickentown. Aber eines Tages wird alles anders. Während eines ausgedehnten Spaziergangs, den sie eigentlich nur unternimmt, weil eine innere Stimme sie zu ziehen scheint, entdeckt sie inmitten der Ödnis ausserhalb Chickentowns einen ehemaligen Hafen und obwohl sie sich sicher ist, es habe mitten in Minnesota niemals ein Meer gegeben, wird sie doch von eben diesem Meer in die Welt des Abarat gespült. «

Einen Roman von Clive Barker fertigzulesen hat etwas von einem Traum, aus dem man nach einer unruhigen Nacht aufwacht – man weiß einfach nicht genau, ob das alles wirklich passiert ist. Sicher, das Unterbewusstsein sagt, das könne alles nicht wirklich passiert sein, aber ein wenig Zweifel bleibt. »Warum denn eigentlich nicht?« Diese Frage spukt dem Leser noch lange Zeit, nachdem er das Buch aus der Hand gelegt hat, im Kopf herum. Auch bei Abarat ist das so – wenn auch sich diese Frage mit einer Anderen abwechselt: »Wann hat der Mann endlich den nächsten Teil fertig?«, denn Abarat ist als Trilogie angelegt und so bleibt nach dem Beenden des Buches die Hoffnung, der zweite Teil erschiene bald.

Was aber ist es, was den Leser so fesselt? Auf diese Frage gibt es gleich mehrere Antworten. Zum Einen ist es der Schreibstil des Clive Barker, der es dem Leser nahezu unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Zum Anderen ist es die Geschichte selbst, in die man mit jeder Zeile weiter hineingezogen wird. So beginnt der Roman mit einem Prolog, der dem Leser die erste Aussicht auf den Abarat gibt – nur um ihn im ersten Kapitel in Chickentown, Minnesota abzusetzen – in der alles andere als heilen (aber dafür realen!) Welt der kleinen Candy.
Von hier an wird die Story mit jedem Schritt Candies fantastischer und irrealer – aber eben nur schleichend und man merkt kaum, wie man selber immer tiefer in die Geschichte hineingezogen wird, sodaß man gegen Ende des Romans bereit ist, zu akzeptieren, daß der Abarat wirklich existiert und man bisher einfach nichts von seiner Existenz wusste.

Kurz: Ich will mehr! Jetzt und sofort! Aber das kenne ich von Clive Barker ja schon ;-)

Sonstige Infos
Originaltitel: ABARAT
Broschiert: 477 Seiten
Verlag: Heyne; Auflage: 1 (Juli 2006)
ISBN-10: 3-453-53225-2
ISBN-13: 978-3-453-53225-0
Bibliothek-Link: Abarat

Da Vinci Code - Sakrileg 468x60

Von Onkel Loco, 15. Januar 2007, 16:18 Uhr

Scriptum.»Zur Eröffnung der Ausstellung >Die Größten Schätze des Vatikans< erscheinen auch vier ungeladene Gäste: vier wie Tempelritter gekleidete Reiter. Sie verwandeln die Veranstaltung in ein Blutbad und stehlen – ein kleines Holzkästchen. Wie sich bald herausstellt enthielt das Kästchen ein Verschlüsselungsgerät aus der Zeit der Tempelritter.
Die junge Archäologin Tess und der FBI-Agent Reilly heften sich den Rittern auf die Fersen um dem Drahtzieher des Anschlags auf die Spur zu kommen und verfolgen diesen schließlich um die halbe Welt.«

Tempelritter? Ich meine, ich hab da schonmal was gelesen… Ach richtig: Sakrileg von Dan Brown. Das Thema ist offensichtlich nicht kaputtzukriegen.
Ist dieser Roman denn jetzt nur ein Aufguss von Sakrileg? Kann Scriptum mithalten? Klare Antwort: jeweils Nein. Ist Scriptum deshalb ein schlechter Roman? Auf keinen Fall!
Raymond Khoury erzählt von der ersten bis zur letzten Seite spannend und abwechslungsreich und leistet sich keine Schwächen. Die Story ist zum größten Teil schlüssig und nur hin und wieder wirken Teile der Handlung konstruiert.
Die Figuren des Romans sind ausreichend entwickelt, um ihre Handlungen einleuchtend erscheinen zu lassen und ihre Standpunkte nachvollziehbar zu machen, aber dennoch nicht so tiefgehend dargestellt, als dass sie vom eigentlichen Thema ablenken würden.
Apropos Thema. Was ist eigentlich das Kernthema des Romans? Die Kernfragen, die Khoury in Scriptum aufgreift lauten: Was passiert, wenn sich die Bibel als Lüge herausstellt? Was geschieht mit der Welt, wenn sich das Konstrukt der christlichen Kirchen auflöst, weil ihm das Fundament enzogen wird?
So weit, so spannend. Warum aber kann Scriptum mit Sakrileg nicht mithalten? Ich vermute, das liegt im Grunde nur daran, dass es der erste Roman von Raymond Khoury ist – Dan Brown hat einfach mehr Übung. Trotzdem sollte sich Herr Brown schonmal warm anziehen – Herr Khoury ist ihm dicht auf den Fersen.

Anmerkungen:
Besonders anzumerken ist die angenehme Haptik des Buchs – man kann den Titel und das Hauptmotiv des Covers fühlen. Nicht so gelungen finde ich die optische Aufmachung des Buches. Man merkt schon, dass der Verlag versucht hat, von der Sakrileg-initiierten Welle der Templergeschichten zu profitieren – das Cover ist dem von Sakrileg wirklich sehr ähnlich.

Sonstige Infos:
Originaltitel: The Last Templar
Broschiert: 555 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (Dez. 2005)
ISBN-10: 3-499-24208-7
ISBN-13: 978-3-499-24208-3
Bibliothek-Link: Scriptum

Eragon 468 x 60

Von Onkel Loco, 11. Januar 2007, 07:01 Uhr

Und morgen in das kühle Grab. 5 CDs.»Der Geschäftsführer des Pharmaunternehmens Gen-stone, das an der Entwicklung eines Mittels gegen Krebs arbeitet, Nicholas Spencer, verschwindet plötzlich. Sein Privatflugzeug wird zerstört aufgefunden, aber seine Leiche wird nicht gefunden. Die angekündigten Unternehmensergebnisse waren äußerst viel versprechend, doch nach dem Verschwinden von Spencer macht das Gerücht die Runde, dass das Gesundheitsministerium die Zulassung verweigere und dass der Geschäftsführer riesige Summen des Firmenvermögens veruntreut haben soll.«

Das ist mal ein Hörbuch, das sich wirklich lohnt. Ein spannendes Thema, gut erzählt. Es geht um die Pharmaindustrie und ein Heilmittel für Krebs. Es geht um das Leid todkranker Patienten und die Gewinnerzielungsabsichten der Unternehmen. Es geht darum, wie die Gier nach Geld dem Wohl der Menschen im Wege steht. Und – oh Wunder – auch bei einem so ernsten Thema kann man ohne den moralischen Zeigefinger auskommen. Einziger inhaltlicher Wermutstropfen ist – wie so oft bei Mary Higgins Clark – das etwas schwache Ende.

Technische Umsetzung und Qualität
Von der technischen Seite gibt es an der Produktion nichts auszusetzen – alles ist durchaus solide gemacht. Traurig ist allerdings die Leistung von Mareike Carrière, deren Vortragsstil ziemlich gelangweilt und farblos wirkt. Spaß bei der Arbeit scheint sie jedenfalls nicht gehabt zu haben. Nur gut, dass die Story qualitativ so hochwertig ist und man trotzdem noch weiterhören mag – bei einer dünneren Story hätte ich wahrscheinlich nach der ersten halben Stunde aufgegeben.

Fazit
Super Story mit einem etwas schwachen Ende katastrophal vorgetragen – trotzdem insgesamt ziemlich gut.

Sonstige Infos
Originaltitel: The second time around / Untitled Novel 21
Bearbeitete Hörfassung
5 CDs, ca. 340 Minuten
Verlag: Random House Audio (Juni 2004)
ISBN-10: 3898308278
ISBN-13: 978-3898308274



Von Onkel Loco, 10. Januar 2007, 13:14 Uhr

Hab acht auf meine Schritte.»Bei einem schrecklichen Unfall tötet die kleine Liza Barton aus Versehen ihre eigene Mutter. 24 Jahre später kehrt sie an den Ort des Geschehens zurück und erkennt langsam, dass hinter dem angeblichen Unfall von damals der perfide Plan eines Mörders steckte. Und schon hat ein Verfolger ihre Spur aufgenommen: Nun soll auch sie sterben.«

Klingt erstmal nicht schlecht – ist aber auch nichts besonderes und die Auflösung des Ganzen wirkt auf mich doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Wie diese Auflösung aussieht, werde ich natürlich nicht verraten. Nur so viel vielleicht: »der Mörder ist eben doch nicht immer der Gärtner« und: »Hollywood hätte das Ende nicht schnulziger gestalten können«.
Möglicherweise liegt meine Kritik auch in der Umsetzung als Hörbuch begründet – das Buch selbst habe ich nämlich bislang nicht gelesen, auch wenn das Bild von Amazon da oben links das vermuten liesse. (Leider gibt es das Hörbuch bei Amazon nur noch von Drittanbietern und daher habe ich mich entschieden auf die aktuelle Ausgabe des Buches zu verlinken.)

Technische Umsetzung und Qualität
Insgesamt erscheint mir das Werk ganz ordentlich, wie bei Random House Audio üblich – eine Sache stört mich dann aber doch. Und zwar stört mich die etwas eigene »Darreichungsform«: bei dieser Umsetzung handelt es sich nämlich um eine Mischung aus klassischem Hörbuch und inszenierter Lesung und diese Mischung wirkt irgendwie eigenartig (sorry, ein besseres Wort dafür fällt mir beim besten Willen nicht ein).
Wenden wir uns aber etwas erfreulicherem zu: Edda Fischer. Edda Fischer liest diesen Roman nämlich für Random House und das garnicht mal schlecht – zumindest ab CD 2. Auf CD 1 scheint sie sich noch nicht ganz eingelesen zu haben und ihre Stimmlage und Betonung scheinen manchmal nicht zum vorgelesenen zu passen. Insgesamt allerdings ist ihre Leistung durchaus gut.

Sonstige Infos:
Originaltitel: No Place Like Home
Gekürzte Lesung
6 CDs, ca. 450 Minuten
Verlag: Weltbild Random House (2006)
ISBN-10: 3828987613
ISBN-13: 978-3828987616



Von Onkel Loco, 3. Januar 2007, 13:21 Uhr

Eifel-KreuzDas war er dann also. Der 13. Teil der Eifel-Krimis von Jacques Berndorf (auch bekannt als Michael Preute). Der Roman war (wie immer bei Berndorf) handwerklich gut gemacht und liess sich entspannt und einfach lesen. Nur die Handhabung war diesmal etwas anders: der Roman kommt nämlich in einer gebundenen Ausführung daher.

Inhaltlich hat dieses Buch so einiges zu bieten, von dem man eigentlich nicht erwarten würde, es in der Eifel zu finden – aber das ist man von den Eifel-Krimis ja auch nicht anders gewöhnt.
Es beginnt gleich mit einem Auftritt der besonderen Art – der 18-jährige Sven Dillinger wurde zunächst erschossen und anschliessend gekreuzigt. Außerdem hält ein nahegelegenes Waldstück noch eine Leiche bereit.
Und so beginnt Siggi Baumeisters Weg durch eine Eifel voller religiös verirrter, die ohne ihren Glauben an die Kirche hilflos wären, oder an ihrem Glauben zerbrechen. Als dann noch eine schwer verletzte Junge Frau aus Polen in einem Wald gefunden wird, scheint Baumeister die Geschichte über den Kopf zu wachsen: wie hängt das auftauchen der jungen Frau mit dem Tod des Sven Dillinger zusammen?

Natürlich kommen auch Baumeisters Vorliebe für spezielle Pfeifen und sein Privatleben nicht zu kurz – schließlich will so ein Serien-Charakter ja auch weiterentwickelt werden.

Alles in Allem ist das Buch rundum gut gelungen und fügt sich nahtlos in die restlichen 12 Romane der Serie ein. Hat Spaß gemacht.

Sonstige Infos:
Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
Verlag: Grafit; Auflage: 4., Aufl. (10. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-89425-650-8
ISBN-13: 978-3-89425-650-0
Bibliothek-Link: Bibliothek



Von Onkel Loco, 26. Oktober 2006, 13:15 Uhr

…auf das die Welt schon lange gewartet hat. Diesmal sogar was mit einem Thema.

Hier geht es nämlich um Bücher. Und um Hörbücher. Aber auch für Comics sind wir uns nicht zu schade. Vielleicht gibt’s auch irgendwann mal die Eine oder andere Rezension zu neuen CDs und DVDs.

Was die Bücher und Hörbücher angeht, erwartet Euch eine eher von Krimis, Thrillern und Sci-Fi / Fantasy gefärbte Mischung, was sich einfach aus unseren persönlichen Vorlieben ergibt.

So sieht es denn auch bei den CDs aus: Pop und Charts werdet Ihr hier vergeblich suchen. In den Themenbereichen Metal, New-Metal und Grunge werdet Ihr zukünftig wohl genauso fündig werden, wie in den Bereichen Emo-Core und (vornehmlich spanischem) Ska.

Im Bereich der Filme ist unser Interessengebiet weiter gestreut – lasst Euch also überraschen ;-)

Falls hier mal jemand etwas zu Büchern aus anderen Themenbereichen lesen mag, möchte er / sie ja vielleicht mal einen Gastartikel schreiben. Für Anfragen solcher (und anderer) Art findet Ihr eine Emailadresse im Impressum. Ach ja… Entlohnen können wir Euch dafür nicht in monetärer Hinsicht – allerdings steht es Euch frei, in Eurem Artikel eigene Projekte zu verlinken.

Jetzt wünschen wir erstmal viel Spaß – die erste Rezension folgt nämlich in Kürze.



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